18.3.09

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23.12.08

Silvester wird verlängert

Durch eine Schaltsekunde dauert die Silvesternacht eine Sekunde länger

Drei Jahre lang ging es ohne. Doch nun ist es wieder so weit. In der kommenden Silvesternacht werden die (Funk)Uhren nach 0:59:59 beim nächsten Sekundentick nicht auf 1 Uhr springen, sondern kurz innehalten, um eine kleine Portion Extrazeit einzubauen: eine Schaltsekunde. Der Internationale Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris hat der koordinierten Weltzeit diese Zugabe verordnet, da unsere Erde wieder etwas zu sehr aus dem Takt gekommen ist. Die Erde hinkt der Zeit aus den Atomuhren, deren Sekundenticks sich um kein irdisches Schwanken kümmern, hinterher. Den deutschen Uhren wird die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig diese Schaltsekunde verabreichen.

Die meisten Menschen haben es gerne, wenn um 12 Uhr mittags die Sonne am höchsten steht und es um 24 Uhr mitten in der Nacht ist. Mit guten Uhren – könnte man denken – sollte dieser Wunsch einfach und für alle Zeiten zu erfüllen sein. Doch gerade die besten Uhren, nämlich Atomuhren, haben mit diesem Wunsch ein Problem. Sie ticken zwar höchst gleichmäßig, kümmern sich aber nicht um irdische Verhältnisse. Unsere Erde schwankt und torkelt ein wenig vor sich hin und wird in ihrer Drehbewegung sogar tendenziell langsamer – Ebbe und Flut wirken wie eine permanent schleifende Bremse. Wird die Erde jedoch langsamer, dehnen sich die Tage, was sich über Jahrhunderte hinweg durchaus bemerkbar macht.

All dies war wohlbekannt, als 1967 die Dauer der Atomsekunde festgelegt wurde. Der damals definierte und bis heute gültige Zahlenwert – die Sekunde als das 9 192 631 770fache der Periodendauer einer Schwingung im Cäsiumatom – orientierte sich an astronomischen Daten vergangener Jahrzehnte, in denen sich die Erde schlicht etwas schneller drehte. Dies führt somit zu einer Sekunde, die etwas kürzer ist als es der irdischen Tageslänge heute, geteilt durch 24×60×60 entspricht. Der Unterschied summierte sich im Mittel über die Jahre 1960 bis 2000 auf etwa eine Dreiviertelsekunde pro Jahr. Im Jahr 1972, als bereits eine Zeitdifferenz von 10 Sekunden aufgelaufen war – entschloss man sich, fortan eine Zeitskala mit Extrasekunden, eben den Schaltsekunden, als weltweite Referenzzeit zu verwenden. Die Uhrzeit wird so in praktikabler Weise im Einklang – immer innerhalb 0.9 Sekunden – mit dem natürlichen Zeitmaß gehalten. Schaltsekunden machen seitdem aus der Atomzeit die "koordinierte Weltzeit". Wie unregelmäßig schnell sich die Erde dreht, sieht man daran, dass zwischen 1999 und 2006 sieben Jahre vergehen mussten, bevor eine Schaltsekunde nötig wurde, nun wieder nur drei Jahre

Für den Neujahrstag 2009 hat der IERS, der die Drehung der Erde über astronomische Messungen verfolgt und auswertet, nun die 24. Schaltsekunde seit dem Beginn der koordinierten Weltzeit angeordnet. Uhren, die in Übereinstimmung mit der gesetzlichen Zeit gehalten werden sollen, müssen daher um eine Sekunde angehalten werden. Besitzer von Funkuhren brauchen sich um nichts zu kümmern – in der Neujahrsnacht ganz angenehm.

Weitere Informationen:
Zur "Darstellung der gesetzlichen Zeit" und speziell auch zu Schaltsekunden finden Sie viele Informationen auf den Internetseiten der PTB unter: www.ptb.de/zeit

23.6.08

Was ist die Zeit? Und die lösende, nicht lösende Kinderantwort, Staunensantwort kommt dazu: Die Zeit ist eine Uhr ohne Ziffern.
Ernst Bloch

29.3.08

Vorsicht: Gefährliche Sommerzeit!

Sie ist eine der schlimmsten Gesundheitsrisiken unserer Zeit - weitaus gefährlicher als Nikotin, Alkohol, Koks und Speed zusammen. Und heute Nacht rollt sie wieder mit voller Wucht auf uns zu: die Sommerzeit.

Gegner sind der festen Überzeugung, dass die Zeitumstellung psychisch krank macht und unter anderem für Suizid, bewaffnete Banküberfälle, diverse Kriege sowie eitrige Hautausschläge verantwortlich zu machen sei. So genannte “Experten” geben der mit der Sommerzeit einhergehenden Umstellung des Biorhythmus die Schuld dafür.

Tatsächlich fehlt den Menschen, die von der Zeitumstellung betroffen sind in der Nacht von Samstag auf Sonntag eine ganze Stunde Schlaf. Seien Sie also vor allem am Sonntag und Montag auf der Hut vor übelgelaunten, verjetlagten Menschen und gehen Sie diesen am besten gänzlich aus dem Weg. Vor allem denjenigen mit eitrigen Hautausschlägen!

Falsch sind hingegen die Behauptung vieler Sommerzeit-Gegner, dass man bis Ende Oktober jede Nacht auf eine Stunde Schlaf verzichten müsse, sowie der Irrglaube, dass Sommerzeit-Tage lediglich aus 23 Stunden bestünden.

Eine weitere Gefahr sehen die besorgten Experten zudem in der stark angestiegenen Anzahl von Funkuhren. “Hierdurch wird die Strahlung durch Funkwellen in den Umstellungsnächten immer heftiger. Im Extremfall können Gehirnzellen ernsthaft Schaden nehmen!”, warnte ein Strahlenschutzexperte.

Erste Opfer dieses Effektes sind bereits zu verzeichnen. So haben sich einige von ihnen zur “Initiative Sonnenzeit” zusammengeschlossen und kämpfen seit wenigen Jahren gegen die Sommerzeit wie einst Don Quichotte gegen Windmühlen - nur nicht ganz so erfolgreich. Andere sind zwischenzeitlich in der Politik, in Vorständen börsennotierter Unternehmen sowie bei diversen Satiremagazinen tätig.

Parawissenschaftler beschäftigen sich ungeachtet dessen mit der Frage, wohin die verlorene Stunde bis zum Herbst genau verschwindet. Hierbei verdichten sich die Anzeichen, dass diese sich in der Sommerzeitperiode exakt an dem Ort aufhält, an dem auch aus Waschmaschinen verschwundene Socken vermutet werden. Durch einen Versuch, bei dem der Weg der verlorenen Stunde mit Hilfe eines Ortungschips verfolgt werden soll, erhofft man sich in der kommenden Nacht weitere Aufschlüsse hierzu.

Nichtsdestotrotz sollten wir den eigentlichen Sinn und Zweck der Zeitumstellung nicht aus den Augen verlieren und ausgiebig würdigen: Man(n) kann nun endlich wieder nach der Arbeit im Hellen grillen. Und dazu braucht man weder einen stabilen Biorhythmus noch überflüssige Gehirnzellen. Sondern reichlich Holzkohle, Bier und… Sommerzeit!

In diesem Sinne: die Saison ist eröffnet!

http://www.frankfurter-magazin.de/?p=292

27.10.07

Aus dem Takt gebracht

Die biologische Uhr des Menschen stellt nicht auf Sommerzeit um

Die täglichen Rhythmen im Körper des Menschen passen sich der jährlichen Umstellung der Uhren auf die Sommerzeit im März nicht an: Der natürliche Schlaf- und Aktivitätsrhythmus der Menschen wird auch in den Sommermonaten durch die Dämmerung gesteuert, und der Körper gewöhnt sich während der gesamten Zeit nicht daran, dass sich der offizielle Tagesverlauf um eine Stunde verschiebt. Das konnten Wissenschaftler aus Deutschland und den Niederlanden in der bislang größten Studie zu diesem Thema zeigen.

Weiterlesen bei wissenschaft.de…

16.5.06

Zeit

Zeit wird nicht weniger, wenn du sie nimmst.
Zeit wird nicht mehr, wenn du sie sparst.

Also nimm ruhig…

Quele: Anfängerin

5.9.05

Zeitgefühl: Was zusammenpasst, muss zusammen passiert sein

Inhaltliche Bezüge beeinflussen die Zeitskala, auf der Menschen vergangene Ereignisse einordnen. In der menschlichen Vorstellung rücken so Vorfälle, die miteinander im Zusammenhang stehen, im Rückblick näher zusammen.

Ist kein ursächlicher Zusammenhang erkennbar, überschätzen viele Menschen den Zeitraum, der zwischen zwei Ereignissen vergangen ist. Das berichten David Faro und seine Kollegen von der University of Chicago in der Fachzeitschrift „Psychological Science“ (Bd. 16, Nr. 9, S. 673).

Die Wissenschaftler ließen ihre Probanden bei verschiedenen Paaren von historischen Ereignissen schätzen, wie viele Jahre zwischen den beiden Vorfällen vergangen waren. Zwischen einigen dieser Paare gab es einen offensichtlichen, logischen Bezug, während andere völlig willkürlich ausgewählt waren. Ein Paar mit inhaltlichem Zusammenhang war dabei beispielsweise der Start des ersten Satelliten Sputnik und die Mondlandung. Ein Paar ohne erkennbaren Bezug war hingegen der Sputnikstart und das Musikfestival in Woodstock.

Wann startete der Sputnik, wann die Mondmission?

Die Probanden hielten den Zeitraum zwischen zwei inhaltlich zusammenhängenden Ereignissen grundsätzlich für kürzer als den zwischen Vorfällen ohne einen solchen Zusammenhang. So glaubten sie beispielsweise, dass der Sputnikstart und die erste Mondlandung schneller aufeinander folgten als der Satellitenstart und Woodstock – obwohl die Mondmission und das Rockspektakel im gleichen Jahr stattfanden. Den gleichen Effekt erzielten die Wissenschaftler auch dann, wenn die Probanden den inhaltlichen Zusammenhang gar nicht selbst erkannten, sondern lediglich darüber informiert wurden, ein Experte hätte einen solchen Bezug zwischen zwei Vorfällen entdeckt.

Den umgekehrten Effekt kennen Psychologen schon länger: Folgen zwei Ereignisse sehr schnell hintereinander, vermuten Beobachter sehr viel häufiger einen logischen Bezug zwischen ihnen als wenn mehr Zeit dazwischen liegt. Mit der Studie sei jedoch zum ersten Mal nachgewiesen worden, dass ein Zusammenhang auch umgekehrt das Zeitgefühl beeinflussen kann, schreiben die Wissenschaftler.

Quelle: Spiegel online